Tron: Legacy

Ich glaube man kann bei einem Film nicht unbedingt von einer Fortsetzung sprechen, wenn der erste Teil über so viele Jahre zurückliegt wie bei Tron. Und doch bin ich froh, zu der Gruppe zu gehören, die schon in den 80ern zu den Fans von Filmen wie Tron gehört hat. Bis heute habe ich nicht vergessen, wie meine Augen am Fernseher klebten, als der Film im heimischen Wohnzimmer als VHS-Kassette lief. Das besondere an diesem Film fiel mir schon damals auf. Es waren die, bis dato völlig unbekannten und auch ungewohnten, Animationstechniken, die dem Film seine Andersartigkeit gaben und viele Jahre später dann auch seinen Kultstatus einbrachten.

Mit dem „Erbe“ von Tron war ich etwas spät dran. Der Film lief ja schon etwas länger, doch erst am Samstag konnte ich es ermöglichen den Film zu sehen. Viele meiner Bekannten hatten den Film schon letzte Woche gesehen und auch schon entsprechend kommentiert. Das Urteil war ernüchternd bis erschreckend. Ein Urteil möchte ich hier mal zitieren, weil es einer gewissen Komik nicht entbehrt: „Große Enttäuschung. Eine Mischung aus Saturnwerbung und Starwars. 3d-Szenen wenig beeindruckend.“ via Twitter.

Trotzdem musste ich mich selbst von der Qualität des Films überzeugen. Und dieses Urteil fällt insgesamt nur positiv aus. Die schauspielerische Leistung war ähnlich durchschnittlich wie aus dem ersten Teil, doch darüber tröstete eine beeindruckende Atmosphäre. 3D-Bilder ergänzt durch schnelle Action-Szenen und untermalt mit einer traumhaft atmosphärischen musikalischen Stimmung durch das französische Musikerduo Daft Punk. Das die beiden Virtuosen Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter auch noch Teil der Story waren, war für mich ein ganz besonderer Bonus.

Die Darstellung des Kevin Flynn in jungen Jahren hat mich etwas entäuscht. Es war sofort zu erkennen, dass Jeff Bridges hier nur animiert war und das eher schlecht. Oder man erkennt dort immer noch die Grenzen von Animationstechnik in Filmen. Verraten hat sich die Animation wie so oft an den Haaren. Ich gehe sogar soweit, dass er mit normaler Maskentechnik authentischer hätte verjüngt werden können. Die Szene in der das auffiehl war leider sehr früh am Anfang, umso mehr habe ich während des Films auch darauf achten müssen.

Schön war, dass ich selbst eines von ca. 15 Eastereggs im Film entdeckt habe. Ein Buch im Kinderzimmer von Sam Flynn hatte den Titel „The Black Hole“ und erinnerte mich noch im Kino an einen anderen Disney Klassiker aus meiner Kindheit. Zwar kannte ich den Film nur als „Das Schwarzes Loch„, aber auch dieser Film war ein Meilenstein der Science Fiction, die ich als Kind so konsumieren durfte.

Meine Frau, die ebenso von dem Film „geflasht“ war, und ich sind uns einig, dass Tron:Legacy nach Veröffentlichung auf DVD in unser Filmeregal mit aufgenommen werden muss. Sonst ist der Platz neben der 80er Jahre Fassung auch so leer. Allerdings ist meine Kritik keine generelle Empfehlung den Film zu sehen. Ich glaube das Prädikat „Für Fans, aber dann wirklich erstklassig“ trifft meine Meinung noch am besten.

Tron:Legacy – Offizielle Seite

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