Von Oliver

Ich, als Cyborg – Teil 1

Pebble Smartwatch Quelle: www.getpebble.comSchon lange dient mein Smartphone als “Brainextension” sowie Draht zur Aussenwelt. Das ist auch nicht nur bei mir so, sondern wird bei jedem Smartphone-User mit der Zeit so. Man lagert Wissen aus, statt es selbst zu verwalten. Das hat insofern Vorteile, dass genügend Kapazität für andere Projekte zur Verfügung steht. Logischerweise ist dabei das Hauptproblem, die Redundanz. Was, wenn das Smartphone versagt, was wenn Clouddienste nicht gesyncht werden (Digitale Demenz). Dann wird panisch nach Erinnerungsfetzen in den eigenen Synapsen gesucht. Die Abhängigkeit ist da schon frappierend.

Das Thema Smartwatch lässt mich schon seit 2 Jahren nicht wirklich los. Vor einem Jahr dann der Kickstarterfolg der Pebble. Es passte alles. Je öfter ich deren Konzept verinnerlichte, desto mehr glaubte ich, dieses kleine Stück Hardware muss auch an meinen Arm. Und so sollte es dieses Jahr sein. Ich durfte mir, dank meiner Frau, die Pebble zum Geburtstag ordern. Kaum 2 Tage später hab ich dann den UPS-Mann umarmt. Seit dem habe ich die Pebble 2 Wochen intensiv in Gebrauch und kann mit Fug und Recht behaupten, dass meine Erwartungen zu 100% erfüllt wurden. Es ist eine sympathische Uhr. Ein Begleiter, den man nach kurzer Zeit nicht mehr wahrnimmt, außer bei Benachrichtigungen und anderen Funktionen. In keinster Weise ein Störfaktor. Das die Pebble App auch noch einen kleinen, eigenen Store betreibt und da die Auswahl echt riesig ist, rundet die Sache ab und es gibt fast alle 2 Tage ein neues Watchface. Sie macht in jeder Hinsicht Spaß, hält was sie verspricht und ist optisch auch ein Schmankerl, wie ich finde.

Auch die Tatsache, das Apple seit gestern endlich ihre Version der smarten Uhr vorgestellt hat, ändert wenig an meiner Meinung. Apple wird ihre Uhr erst in knapp einem Jahr herausbringen, die Akkulaufzeit wird bestimmt keine 7 Tage betragen und mit einem Preis ab!! 350$ ist sie bestimmt als kleines Handygimmick für mich zu teuer.

Eine Uhr am Handgelenk, mit der ich die Musik am iPhone steuere, dass grad über Airplay auf das Apple TV und somit auf die Anlage streamt. Geil. Die Musik kann auf Anschlag stehen, und aus dem Garten raus skippe ich durch das Album. Auch geil ist die interne Sensorik. Ich spare mir das Jawbone, weil ich bereits einen Schrittzähler aktiviert habe. Auch ein “smarter” Wecker ist dabei. Ich werde somit nicht mehr in einer evtl. Tiefschlafphase geweckt. Dank genügend Apps die diese Daten auswerten. Natürlich denkt sich vielleicht der durchschnittliche Technik-Konsument, er bräuchte so etwas nicht und das ganze ist vielleicht nur ein Hype. In gewisser Weise hat er natürlich Recht. Ich brauche auch kein Smartphone, und in manchen Fällen ist das Abhandensein eines solchen vielleicht sogar von Vorteil. Da ich aber schon immer etwas für moderne Technik und ihre Entwicklung über hatte, und ich mich gerne zur Gruppe der Nerds zähle, lege ich alle kritischen Gedanken beiseite und lass mir meine Tweets von der Pebble anzeigen. Weil ich’s kann! Word!

Die schönsten Erinnerungen an eine Smartwatch aus der Filmwelt habe ich natürlich auch mal zusammengestellt:

James Bond

Knight Rider

Inspector Gadget

By the way: Menschen mit technischen Implantaten wie Schrittmachern, komplexe Prothesen oder Implantaten in Auge und Ohr fallen bereits in die Definition von Cyborgs. 10 % der aktuellen Bevölkerung der USA wären somit im technischen Sinn “Cyborgs“.

Themawechsel

Bildschirmfoto 2014-07-07 um 23.26.12Mein Blog ist geprägt von Wandel und Tendenzen. Die Frequenz der Blogartikel hat in den letzten Jahren kontinuierlich nachgelassen. Das kann ich leider auch nicht immer beeinflussen. Allerdings war es schon lange ein Bedürfnis von mir, die Optik aufzupeppen. Unter der Haube hat sich mit der aktuellen WordPress-Version ja soviel getan und ich benutze immer noch das Theme von vor 3 Jahren. Ich teste dieses Theme jetzt ein wenig, kann aber schon jetzt sagen, dass es ziemlich Eindruck macht. Mal sehen wie lange es aktiviert bleibt.

Plattdeutsche Lyrik

 

In dem Monatsmagazin Kiek rin habe ich ein tolles plattdeutsches Gedicht gefunden. Von Herma Bienas geschrieben geht es darin wie der übermäßige Konsum des Computers das Leben in heimischen Wohnzimmern verändert. Freundlicherweise hat Frau Bienas mir die Veröffentlichung auf diesem Blog gestattet. Hier nun “der Snack van’t Computer”:

 

Computer

Wo hebbt wi froher blot us Tied verbrocht,
so heel ohn een Computer!?!
Well harr denn froher jemals docht,
dat man besitt maal een Computer!?!

Computer mutt dat geven,
dat doo ik neet bestrieden,
doch för een gode Eheleven
kann ik dat Ding neet lieden!

Man kann daar völ mit maken,
Reken, Lesen, Schrieven,
lehrt ok heel völ neje Saken
kann sük de Tied verdrieven!

Doch eens passeert to faken,
un dat maakt mi vergrellt,
de Knoop um’t ut to maken
wurr schienbar afbestellt!

Drum sitt de beste Ehemann
stünnenlang an de Computer dran!
Un wor bliev ik, fraag ik mi dann?
Kiek mi in Kiekkasten wat an!

Een sitt hier, de anner daar,
so geiht dat nu al mennig Jahr!
So will ik neet mehr wiederleven,
mutt ok doch maal wat anners geven!

Laat us maal na buten gahn,
un us de Wind um de Ohren slaan!
Maal tosamen gahnt bied Padd –
ik hebb de Computer grünnelk satt!

De moje Tied vergeiht so gau
un elk un een weet heel genau,
liggst du maal in de kolle Eer,
gifft keen Tosammenleven mehr!

Un denn bee ik di – bi miene Seel,
schick mi ut Grafft doch noch –
een allerletzte Mail!

Herma Bienas | Fünftelweg 20 | 26789 Leer-Loga