Archive by Author

Von 0 auf 11111011100 in 30 Jahren! – Teil 2

Teil 2/6 – Die neue Freundin

Ein Computer musste nun endlich auch bei mir her. Zum Problem wurde allerdings, dass bei meinen Eltern der schlechte Ruf der Kisten angekommen war. Der Ruf besagte, das diese Kisten nur zum Spielen dienen würden. So machten meine Eltern mir den Vorschlag, zur Konfirmation einen Computer zu bekommen, wenn ich vorher einen Schreibmaschinenkurs bei der VHS machen würde. Ab da hieß es 3 Monate lang, jede Woche “ja jaffa ja”, aber es hat sich gelohnt.

Pünktlich zur Konfirmation stand der Amiga 500 bei mir im Zimmer. Wahnsinn. Das Gefühl als ich das erste mal diese feste Diskette (3,5 Zoll) einlegte und sich die Workbench zu laden begann…  das fühlte sich ein wenig an wie die persönliche Mondlandung. Mit der klobigen (und doch schon sehr ergonomischen) Zweitastenmaus bewegte man auf dem Fernseher (Monitor war nicht mehr im Budget inbegriffen) einen stark verpixelten, roten Mauspfeil. Dabei muss gesagt werden, dass der Nutzer einer Flickerbox auf dem Fernseher nie soviel Pixel wahrgenommen hat, wie der Monitorbesitzer. Es war alles wie mit einem Weichzeichner verschwommen.

Natürlich habe ich trotz VHS Kurs auch gespielt. Ich gehörte nicht zu den Zockern, allerdings vergingen bei Monkey Island auch schon mal so ein paar Tage. Schon allein wegen des Diskettenwechsels (Der erste Teil hatte glaube ich noch erträgliche 4 Disketten, beim 2. Teil waren es schon wesentlich mehr!).

Mein Amiga 500 wurde relativ früh mit einer Speichererweiterung getuned. 512 Kilobyte kamen zusätzlich in das Schmuckstück und mit einem Arbeitsspeicher von einem MEGAbyte! konnte man sich dann auch wohl mal eine RAM-Disk gönnen. Da hatte man wesentlich schnellere Zugriffe als auf das Diskettenlaufwerk. Dann kam ein zweites Diskettenlaufwerk und der Drucker. Ein Star LC-20, Nadeldrucker mit 9 Nadeln. Das letzte Stück Hardware für den Amiga war mein Action Replay III. Amiga User werden über den Segen dieses kleinen Zusatzgerätes Bescheid wissen. Ein Druck auf den Freeze-Button und schon konnte während eines Spiels kurzerhand die Zahl der verbliebenen Leben erhöht werden, etc.

Der Amiga war mit der Workbench allerdings von einem Rund-um-Sorglos Paket weit entfernt. Oft musste man tief im System Veränderungen vornehmen. Wusste man nicht, wie das ging, setzte man sich aufs Rad und fuhr zum nächsten Amiga User. Dafür musste man aber oft nie weit fahren, denn die Community war sehr groß. So konnten sich auch die Spiele schnell verbreiten. Zwar waren diese nicht so einfach zu kopieren, aber Cracker und Hackergruppen kümmerten sich schnell um so etwas. Oft wurde als Visitenkarte der jeweiligen Hackergruppe ein so genanntes Demo vor die Startsequenz des Spieles gesetzt um mit der Leistung anzugeben, den Kopierschutz geknackt zu haben.

Die Demoszene ist auch heute noch sehr groß. Ziel ist es dort allerdings nicht mehr, Kopierschutz zu knacken, sondern mit möglichst wenig Programmcode ein grafisch und musikalisch aufwendiges Intro zu schreiben. Zum Programmieren bin ich auf dem Amiga nie wirklich gekommen. Kurze Versuche in Amiga Basic gab ich auf, nachdem ich aus Zeitungen abgetippte Listings nicht zum laufen bekommen habe. Eine große Leidenschaft war auf dem Amiga Musikprogramme wie Soundtracker oder Protracker. Man konnte Musikfiles mit gesampleten Instrumenten erstellen. Auf 4 oder 8 Spuren verteilte man die Töne und konnte auch als Laie hörbare Ergebnisse erzielen. Erbe dieser Songs sind heute noch die MOD-Files, also die Patternlisten mit eingebettenen Samples (Hier ein Link zu einem umfangreichen Archiv für MOD-Files). Winamp auf Windows spielt die heute sogar noch ab (Hab getestet, der VLC-Player spielt die auch noch immer ab). Für Schulzwecke wurde mein Amiga dann auch “missbraucht”. Referate wurden mit Beckertext getippt und Pagestream, eines der wenigen DTP-Programme sorgte für schöne Glückwunschkarten.

Nachste Woche geht es weiter mit dem 3. Teil “Der Personal Computer” …to be continued!

Links zum Thema Amiga: Amiga Graphics Archive : Commodore Online Museum

…wer ist die Schönste?

Endlich kann Lucy mitreden wie es so ist, im Kino einen Film zu gucken. Letzte Woche waren wir mit ihr im neugebauten Emskino in Papenburg. Es gab Popcorn, sie durfte natürlich die Schuhe ausziehen um bequemer zu sitzen und die ganze Zeit sah’ ich ihre strahlenden Augen, die in Richtung der riesigen Leinwand blickten.

Der Film war auch ein Glücksfall. Es gab Spieglein Spieglein. Eine moderne Realverfilmung des Märchens Schneewittchen. Julia Roberts spielt darin die böse Schwiegermutter. Sehr genial übrigens. Es gab viel zu lachen. Für die Kinder, aber auch für uns Eltern. Dabei wurde ich an meinen ersten Kinofilm erinnert. Schneewittchen und die sieben Zwerge – die Zeichentrick, Disney Fassung. Von der Grundschule ging damals dieser Besuch aus und früher als auch heute war der Teppich überall mit Popcorn besäht. Manches ändert sich dann wohl nie.

Spieglein Spieglein (Offizielle Seite)

Spieglein Spieglein (Wiki)

Typo Shirts

Demnächst muss ich wirklich mal zum T-Shirt-Dealer meines Vertrauens. So ein paar Ideen geisterten mir ständig durch den Kopf und jetzt soll auch etwas davon in die Tat umgesetzt werden. Themenschwerpunkt Typografie. Ich denke, die Entwürfe sind “nerdig” genug. Wer andere Ideen hat, kann gerne einen Kommentar schreiben.

Was ist ein Kluntjeknieper?

Vieles gerät heute schnell in Vergessenheit. Sei es Rezepte, Geschichten oder sonstiges Traditionelles. Durch Zufall bin ich beim Stöbern beim Marken- und Patentamt auf eine bereits erloschene Marke, dem Kluntjeknieper gestoßen. Interessanterweise war auf der Zeichnung noch die alte Postleitzahl für Leer. 2950 reichte damals aus, damit die Post in Leer Ostfriesland landete.

Bei den Postleitzahlen, die mit einer Null endeten, durfte man glaube ich sogar auf die letzte Ziffer verzichten. So reichte nach Emden die Kombination 297 und nach Aurich 296.
Aber ich schweife ab. Es geht ja um den Kluntjeknieper. Eine Zange, die früher sowie heute dazu dient, zu große Kluntjestücke zu zerkleinern. Da waren die Kluntje wohl noch nicht so normgerecht wie heute. Etwas Übung brauchte man mit der Zange. Entweder flog einem beim Zerkleinern der Kluntjebruch um die Ohren, oder man quetschte sich die Hände zwischen den scharfen Klingen der Zange. Den typischen Kluntjeknieper kann ich übrigens permanent besichtigen, bei einer leckeren Tasse Tee bei meiner Oma.

Da werkelt nämlich noch das Original!