Eine alte Freundin kehrt Heim.

„Du kannst die Zeit nicht anhalten!“, so hieß es heute von meiner Mutter als Kommentar zu meinem kürzlichen Kauf bei ebay. Wieso? Weil ich mir da einen Amiga 500 ersteigert habe und mich wie ein Kind auf das Paket freue.

Der Amiga war mein erster Computer und noch heute versuche ich mit allen Mitteln das Gefühl von damals nachzuahmen. Oft erfolglos, trotz mitlerweile echt guter Emulationssoftware. Natürlich weiß ich das ich die Zeit nicht anhalten kann, aber warum sollte ich nicht zwischendurch einfach etwas auf die Bremse drücken?

Meine 40 Jahre kann ich nicht mehr mit irgendwelchen Fallschirmsprüngen, Marathonläufen oder Bungeesprüngen kaschieren. Es ist, wie es ist. Ich glaube auch gar nicht, dass der Amiga ein Ausleben einer aufkeimenden midlife-crisis ist. Vielmehr steckt in dem wunderbaren Stück beigen Plastik so viel Computerinnovation, die mir auch heute immer noch in modernen Rechnern entgegen strahlt und zu der eine starke Bindung und viele schöne Erinnerungen bestehen. Meine „Freundin“ von damals war ihrer Zeit so weit voraus, wie kaum ein Rechner danach.

Wie freue ich mich darauf, das „echte“ Monkey Island zu spielen und Guybrusch Threepwood wieder über Mêlée Island zu steuern um endlich ein echter Pirat zu werden. Oder eine kurzweilige Partie Arkanoid; mit einem Porsche an einer Steilhangpiste bei Testdrive Rennen fahren oder einfach pixelige Kunstwerke mit DeLuxe Paint schaffen.
Auch habe ich den Demomaker von Databecker geliebt. Überhaupt waren Demos ein kleines Stück Kulturgut für jeden Amiga User. Ich habe immer noch mehrere Pappordner voll mit Amiga Zeitschriften. Diverse Magazine, von denen ich mich noch nicht trennen konnte.
Jetzt steht bald wieder ein Amiga vor mir und ich darf ihn mein eigen nennen. Vielleicht verhält es sich mit dem Amiga so wie mit dem Gameboy, den ich vor 2 Jahren aus der „Bucht“ gerettet habe. Ich hab ihn wieder losgelassen, weil irgendwann die Erkenntnis kam, dass es zwar ganz schön ist nochmal Tetris und Mario mit der Technik der 80er zu spielen, aber man nur schwer dafür Sorge tragen kann, so viele Technikrelikte am Leben zu erhalten.
Für ausschweifende Spielenächte oder Bastelexzesse am Amiga bleibt auch künftig keine Gelegenheit. Dafür werden meine Mädels schon sorgen. Aber meiner Großen zeigen, welcher Computer dem Papa damals den Kopf verdreht hat, darauf freue ich mich jetzt schon. Das Surren und Rattern des Diskettenlaufwerks wirkt sicher erstmal befremdlich auf sie, das kennt sie nämlich nicht von ihrem Tablet.

Zum Glück gibt es 2 Gameports…

Eins sei noch gesagt. Meine Erfahrungen, Probleme und Lösungen mit dem Commodore Amiga 500 finden natürlich den Weg hier in den Blog. Also brav dran bleiben!

Die Wahrheit über FRAKTUS

Fraktus dominiert das Social Web. Mein Reader ist voll von Artikeln über die Band Fraktus.

Elektromukke mit deutschem Singsang und ordentlicher Bassline. Der Sound ist so gut, das ich mehr über die Formation wissen wollte. Erste Frage bei Google brachte mich auf den Wikiartikel. Erst da habe ich erfahren, das Fraktus und die Geschichte um Fraktus reine Fiktion ist. Das einzig reale ist ein Film, der die Geschichte von Fraktus erzählt.

Wer ist Fraktus
Wer ist FRAKTUS?

Im Web verwischt diese filmische Fiktion. Interviews von Scooter, Marusha und Westbam über Fraktus tauchen ebenso bei Youtube auf, wie alte Plattencover und Fotos von Auftritten bei der Hitsendung Formel 1 tauchen bei Bildersuchen über Fraktus auf. Eine perfekte Inzenierung einer Gruppe, die es nie gegeben hat.

Dahinter steckt eine Hamburger Gruppe, die durch ihre exzellenten Telefonstreiche einen großen Bekanntheitsgrad erreichten. Gemeint ist Studio Braun, bestehend aus Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger. Ich habe hier mal einen Link zu einer Youtube Playlist mit Studio Braun Witzen. Jeder dieser 3 war auch Solo sehr erfolgreich. Sie sind aber nicht nur Ideenträger von Fraktus sondern auch gleichzeitig die Hauptprotagonisten. Leider läuft der Film nur in ausgewählten Kinos, aber der äußerst hörbare Soundtrack ist auch bei iTunes und Co. zu finden.

Meine kleine Tochter hat sogar ein Lieblingslied. Es heißt „All die Armen Menschen“ und hier ist das Original Video aus den 80ern… 😉

Von der Mühlenstraße in die Altstadt

Felizitas und Heiner Unkel (v.l.n.r.) vom Brillenfachgeschäft modernoptic in LeerIn der 3. Klasse war es leider soweit. Ich brauchte eine Brille. Begeisterung kam damals nicht auf, soviel weiß ich noch, aber an einem Samstag ging es dann zum Brille gucken. Bei modernoptic sind wir schließlich fündig geworden. Ich kann mich noch genau an den massiven Tisch in der Ausstellung erinnern. Ein riesiger versteinerter Baumstamm, der Kunden mitten im Laden dazu einlud, Lupen zu testen, indem sie die Jahresringe zählten. Schon damals waren überall Luftbilder von Herrn Unkel im Geschäft zu sehen. Ein Hobby, dass für ihn bis ins hohe Alter seine Freizeit prägte.

In der Zwischenzeit habe ich viele Brillen von vielen Optikern gehabt. Mal war ich gut und mal weniger gut beraten. Vor einem Jahr gab es dann doch mal wieder eine von Herrn Unkel. Alle Discounter in der Umgebung hatten einfach nicht das was ich suchte und das waren nicht die modischen Gestelle sondern die gute Beratung. Bei fielmann ist es, in Leer zumindest, schon soweit das es einen Vorraum für die Schnellabfertigung gibt und die Ausstellung kann fast nur betreten oder angeschaut werden, wenn man sich an einen fast nie freien Beratungstisch setzt und sich von einem Verkäufer die Gestelle an den Tisch holen lässt. Aber ich will ja nicht meckern sondern eher loben. Denn mein Besuch bei Herrn Unkel, der über 3 Stunden andauerte, war von durchgehender guter Laune geprägt und trotz kleiner Tochter im Schlepptau wurde das lange Warten nicht unangenehm.

Mit den Gläsern hatte ich allerdings etwas Pech. Seit kurzem hatten sich Riefen auf der Oberfläche gebildet, die auch nicht wegzuwischen waren. Es fühlte sich beim Sehen wie ein Fettfleck an, den man den ganzen Tag vor Augen hat. Mir wurde dann ein Optiker alter Schule nahegelegt, der auch vor kniffeligen Problemen nicht zurückschreckt. Es ging in die Brunnenstraße zur Altstadt-Optik. Da wurde sich auch fachmännisch dem Problem angenommen und es stellte sich heraus, das der Glashersteller zu dieser Problematik neigt. Die Schicht mit der Entspiegelung würde sich dort nämlich bei Kunststoffgläsern sehr oft zu früh lösen. Schon eine Woche später waren die neuen Gläser eingeschliffen.

Neue Luftbilder werde ich bei Altstadt-Optik wohl nicht zu sehen bekommen, aber meine nächste Brille kommt ganz sicher aus der Brunnenstraße in Leer.