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Kategorie: Technik / Gadgets

Repair Cafe in Ostfriesland

Die Idee vom Repair Cafe fand ich schon klasse, als es diesen Namen so noch nicht gab. Ich hatte das Glück, technische Defekte an Radios, Staubsaugern oder Ähnlichem bei meinem Vater abzugeben und der hatte dann entsprechende Ruhe um sich dem Problem zu widmen. Wenn ich nicht vorher schon das meiste kaputt repariert hatte.

Der letzte Fall war tatsächlich ein Radio. Kein hochpreisiges Modell, aber ein sehr Praktisches. Radio inkl. Uhr, CD und Dock-Konnektor für eine ganze Generation iPods und iPhones. Leider verweigerte das Gerät irgendwann den Dienst und ein Rütteln am Netzstecker zeigte, dass hier „nur“ ein Wackelkontakt der Fehler ist. Aber um an diesen „Wackler“ zu kommen, musste das Radio auf vielen Ebenen zerlegt werden. Extrem kompakt war der Kasten verbaut und die internen Kabel nur so lang wie unbedingt notwendig. Als ich nach 2 Nachmittagen keine Geduld mehr hatte, ging alles in die Hände von Papa mit der Bitte, dass er sein Glück doch mal versuchen sollte. Ja und seitdem läuft das Radio wieder treu und ohne Störung. Zwar nicht mehr als Küchenradio (da hat Alexa die Führung übernommen), aber als Klanglieferant in meiner Werkstatt (für die nächsten Bastel-Projekte).

Wer jetzt nicht so viel Glück hat, dass der Vater jedes Gerät in Augenschein nimmt um ihm neues Leben einzuhauchen, dem empfehle ich dann tatsächlich die Repair Cafes. Eine immer größer werdende Community, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die eingebaute Obsoleszenz in den technischen Geräten ein Schnippchen zu schlagen. Der Konsument soll sein Produkt nicht immer gleich entsorgen wenn der Dienst mal verweigert wird. Sehr oft ist mit nur wenig Mitteln das Gerät wieder in den Dienst gestellt. Und das ganze läuft auf ehrenamtlicher Basis. Das bedeutet, für den Besucher vom Repair Cafe ist die Reparatur kostenlos. Natürlich gibt es hier und da Möglichkeiten zu spenden oder sich selbst einzubringen. Für Ostfriesland gibt es auch schon aktive Cafes mit festen Besuchszeiten. So ist in Aurich und in Bunde bereits ein konstanter Anlauf geschaffen worden. Bei der Region Rhauderfehn ist man in den Startlöchern.

 

Rams – Ein Film von Gary Hustwit

Er ist einer meiner Lieblingsdesigner wenn es um Industriedesign geht. Dieter Rams. Und nicht nur ich verrenke mir den Hals nach den nostalgischen Schönheiten von Braun oder Otto Zapf.

Sogar Steve Jobs war zu Lebzeiten sehr am Design von Dieter Rams fasziniert. Das geht bei mir sogar soweit, dass ich unbewusst dafür gesorgt habe, den ein oder anderen Klassiker bei eBay ausfindig zu machen um ihn mein eigen zu nennen. Ich weiß noch wie glücklich ich vor ein paar Jahren war, als der Taschenrechner von Braun eine Neuauflage bekam und man diesen als Neuware (nicht ganz günstig) kaufen konnte. Oder eine Armbanduhr, die puristischer nicht sein konnte, kam für mich ebenfalls unter den Hammer.

In diesem Jahr erscheint ein Film über Dieter Rams. Gary Hustwit ist Produzent und Direktor. 3 kleine Teaser wurden auch schon produziert, von denen ich einen hier online stellen möchte (vimeo: https://vimeo.com/250511026)

Von Gary Hustwit kam auch der Film „Helvetica„, ebenfalls ein tolles Werk, dass es lohnt zu gucken. Ich bin gespannt auf den Film und werde weiterhin noch Ausschau bei ebay halten um den ein oder anderen Rams-Klassiker zu ersteigern. Vielleicht bekomme ich so viel Geld zusammen, dass es für einen „Schneewittchensarg“ reicht.

Eine kleine Gegenüberstellung von Dieter Rams Design und dem Design von Apple konnte ich passend hierzu bei Youtube (https://youtu.be/P0ebzaC7nUs) finden:

Link zu Helvetica

Willkommen 1984

Grundsätzlich war und bin ich immer ein „Fan“ vom technischen Fortschritt gewesen. Ich fand es immer klasse, wozu die Technik jetzt gerade in der Lage ist. Egal ob es um die ersten Computer, die „smarten Phones“ oder die Integration von Hightech im normalen zu Hause geht. So klasse, dass ich fast automatisch die Technik gegenüber Kritikern verteidigt habe.

Natürlich kann Google meine Mails mitlesen, aber Gmail ist so hübsch komfortabel und einfach. Natürlich macht mein Handy ein Verlaufs- und Bewegungsprotokoll, aber jederzeit online, wer will darauf noch verzichten? Natürlich könnte mein Echo Dot in der Küche permanent mithören und mir individualisierte Werbung zukommen lassen, aber das macht sie ja nicht, oder?

Die Smarthome Offensive der Technikhersteller läuft gerade erst an. Die Hardware erscheint so günstig, das man förmlich zugreifen muss. Das der Preis der Hardware nur der Einstiegspreis in das jeweilige Herstelleruniversum ist, übersieht man leicht. Für Echo braucht es im Idealfall einen Amazon Prime Account, damit alles prima funzt. Für ein iPhone natürlich eine Apple-ID, usw. Aber selbst mit diesen unterschwelligen Abos kann ich getrost leben. Da allerdings an immer mehr Orten „smarte“ Technik auftaucht und auch vernetzt arbeitet, kommt man schon mal ins grübeln. Es geht um das Thema der totalen Überwachung. Ich kenne die Dystopien aus verschiedenen Science Fiction Filmen, aber auch aus Klassikern wie zum Beispiel 1984. Da überwacht ein totalitärer Staat seine Bürger. Unter anderem mit einem sogenannten Televisor oder auch Telescreen. Der Bürger konsumiert Bilder und Filme, aber „Bigbrother“ kann eben auch in die Zimmer der Bürger sehen.

Weswegen ich soweit aushole? Amazon haut für einen Knallerpreis das neue Echo-System Echo Spot auf den Markt. Eine kleine Halbkugel mit Alexa-Funktionalität und Display. Natürlich nicht nur Display sondern auch kleine Cam. Somit steht Videotelefonie als Standard im Haushalt nichts mehr im Weg. Was hat man sich in den 80ern zu BTX Zeiten noch den Kopf zermartert, ob Videotelefonie möglich wäre. Zu ISDN Zeiten hat man dann gewagt, passende Endgeräte zu immensen Preisen herauszubringen. Natürlich auch nur zu immensen Gebühren. Wie cool wäre es zukünftig, dass Videotelefonie überall möglich ist. Das Ende vom Festnetz in der heutigen Form. Auf dem Smartphone über Skype oder Facetime geht es ja auch schon länger… Ach, ich schweife ab. Die Echobox wird in naher Zukunft auch mein Zuhause abhören, soviel steht mal fest. Aber zwischendurch ein paar Gedanken machen, wo die Daten landen und wer diese so mitliest wird man ja noch dürfen, oder?

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

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